Cinemania

Sie sind süchtig nach Kino...

Einen Filmfan nennt sich jeder, der irgendwie das Kino liebt. Doch was ist das für ein Zustand, in dem nichts anderes im Leben mehr Platz hat als die Beschäftigung mit Filmen und Programmplänen? «Cinemania» heisst die Diagnose der beiden Filmemacher, die diesem Phänomen einen sehr unterhaltsamen Dokumentarfilm gewidmet haben.

CINEMANIA stellt fünf cinephile New Yorker vor. Ihr Lebensinhalt ist das Kino, allerdings ist es bei ihnen zu einer alles überwuchernden Obsession geworden. Ihre Leidenschaft lässt sie zu Tänzern zwischen ihrer oft traurigen Realität und der geliebten Fiktion werden. Zum «wahren» Leben haben sie längst den Bezug verloren, denn ihre Leidenschaft ist ein Vollzeit-Job, der keinen Platz für andere Dinge lässt und sie wirtschaftlich ständig an den Rand er Existenz führt.

Einige von ihnen sind regelrecht zu «Jägern und Sammlern» geworden, für die Kinokarten und Filmprogramme zu begehrenswerten Devotionalien einer Traumwelt geworden sind. Sie streben letztlich danach, ihre Träume aus Zelluloid auch physikalisch zu besitzen und führen minutöse Listen über alle Filme, die sie gesehen haben. Gleichzeitig sind sie wandelnde Enzyklopädien der Filmgeschichte und kennen sich mit den im Umlauf befindlichen Kopien bestimmter Filme so gut aus, dass sie sogar die Kratzer als alte Bekannte betrachten.

Sie richten ihr Leben nach den Spielplänen der Kinos in der Stadt, in der ständig mindestens ein Filmfestival stattfindet. Sie sind 'Heavy User', die sich oft fünf und mehr Filme pro Tag anschauen. Manche sehen nur neue Filme, manche sehen bestimmte Filme immer wieder, manche verehren Resnais und Antonioni, andere nicht. Einer sagt: «Nur weil ein Film langweilig ist, muss er noch kein Meisterwerk sein.» Andere von ihnen würden das Gegenteil behaupten. Oder: «Ich hatte seit Jahren keinen Sex, aber dafür 1'000 Filme gesehen.»

«Die Hommage an fünf wunderbar verrückte Filmbuffs aus New York, die ihr
halbes Leben im Kino verbringen, ist ein Must für Gleichgesinnte.»
Züritipp (TA)

«Ein poetischer Filmessay über fünf Kinoverrückte in New York City, die von einer Vorstellung zur nächsten hetzen und dabei ein Leben führen zwischen Ekstase und Traurigkeit.»
Süddeutsche Zeitung

«These characters in Cinemania have clearly crossed over some line and can no longer be considered normal or sane. After watching your film, we are ready to cross that line ourselves.»
Chris Hegedus, Don Alan Pennebaker

Cinemania

von Angela Christlieb, Stephen Kijak

DE 2002, 80 Min.
Startdatum: 24.07.2003

Houdini