Va savoir

Camille und Ugo, Camille und Pierre, Ugo und Dominique - oder eine spielerische Komödie über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Camille (Jeanne Balibar) und ihr Lebensgefährte Ugo (Sergio Castellitto) kehren nach Paris zurück. Und während sich Ugo mit Leib und Seele in seine Arbeit als Regisseur und Leiter einer Theatertruppe stürzt, zieht sich Camille mehr und mehr zurück. Ugo weiss nicht, dass sie vor fünf Jahren Paris Hals über Kopf verlassen hat, um einem Mann namens Pierre zu entfliehen. Camille sucht Pierre auf, obschon sie die Begegnung mit ihm fürchtet. Aber auch Ugo hat ein Geheimnis: Auf der Suche nach einem unveröffentlichten und verloren geglaubten Stück von Goldini begegnet er Dominique, und aus dieser Begegnung entsteht eine leidenschaftliche und stürmische Beziehung. Ugo und Camille werden mit der Wahrheit konfrontiert... und von der Vergangenheit eingeholt.

Der Regisseur:
Bevor Jacques Rivette sich dem Film zuwandte, schrieb er Essays und Kritiken, und diese Wurzeln sind in seinen weiteren Werken deutlich spürbar. Schon mit seinem ersten Langspielfilm "Paris nous appartient" (1960) erzählt Rivette keine Geschichte im eigentlichen Sinn: Seine neugierige und kühne Kamera pendelt zwischen Improvisation und Theaterdramaturgie hin und her. Der Filmemacher gesellt sich dann zu den Gründern der 'Nouvelle Vague'. Jacques Rivettes Filme sorgen immer wieder für Skandale: Seine Vision der von Diderot inspirierten "La Religieuse" (1966) wird zensuriert, seine nahezu dreizehn Stunden dauernde erste Montage von "Out One" (1969) ist umstritten, sein zweiteiliges Portrait von Jeanne d'Arc (1991) ruft sowohl Enthusiasmus als auch heftigste Ablehnung hervor. Jacques Rivette liebt das Verschmelzen zwischen Figuren und Schauspielern. Von "Céline et Julie vont en bateau" (1974) über "La Bande des quatre" (1988) bis "La Belle Noiseuse" (1989) zeichnet der Filmemacher das Bild eines zärtlichen, beinahe verliebten Blicks auf die Schönheit seiner (hauptsächlich weiblichen) Figuren: Emmanuelle Béart, Laurence Côte, Nathalie Richard, Juliet Berto... Mit "Va savoir" (2001), dessen Titel wie ein Glaubensbekenntnis und zugleich wie ein Rat an die Zuschauer klingt, tritt der Regisseur drei Jahre nach "Secret Défense" (1998) aus seiner Reserve heraus. Der Film ist eine (sehr) freie Adaption von Jean Renoirs "Carosse d'or" (1952).

"Alles was Rivette weiss, alles, was er an anderen Filmemachern liebt, alles, was er in den letzten 40 Jahren in seinen Filmen geschaffen, sich vorgestellt, geträumt und gedacht hat, bildet die treibende Kraft und kulminiert in der heiteren Explosivität von VA SAVOIR."
Le monde

"Paargeschichten, die der Regisseur schwerelos um sein Lieblingsmotiv spinnt: das Theater."
Libération

Va savoir

von Jacques Rivette
mit Jeanne Balibar, Sergio Castellitto, Marianne Basler

FR 2001, 154 Min.
Altersfreigabe: 16 J
Startdatum: 18.07.2002

Houdini