TGV

TGV

Im Rahmen von «LETZTE TAGE» Kino Morgental
Einmalige Vorstellungen Mi 27.3.02, 9 h und Do 28.3.02, 4.30 h

Sind Sie schon einmal mit dem knallfarbigen Bus («Schneller als TGV - Und du explodierst») von Dakar im Senegal nach Conakry in Guinea gefahren? Zitternd, liebend, bezaubert, verängstigt oder lachend? Eine abenteuerliche Fahrt durch Steppe, Busch und Regenwald, buntgespickt, augenzwinkernd und mit afrikanischer Vitalität.
Fahrer «Rambo» nimmt Sie mit auf die Reise: Eine gewitzte Allegorie auf den Weg Schwarzafrikas, mit einem anderen TGV, auf anderen Wegen. Der Bus erreicht sein Ziel und fährt weiter, auch wenn er unterwegs einmal stecken bleibt oder geschoben werden muss. Schliesslich ist genau dies das Ereignis und nicht etwa die triumphale Ankunft des unverhofften neuen Premierministers. Das Fest in Dakar wird zum Triumph für den TGV, mit «Senegal» und «Guinea» auf den Transparenten.

Unterwegs ist eine Schicksalsgemeinschaft, vom ersten Bild an werden die verschiedenen Figuren unauffällig, aber präzise typisiert - oft wie in einem brillanten Italowestern, dann wieder wie in Fellinis PROVA D'ORCHESTRA. Mit herrlich instrumentierten und abgestimmten Dialogen, streitend, neckend und lachend fährt eine nicht ganz zufällige Gesellschaft von einer augenzwinkernden Anspielung zu nächsten, leichthändig geschaffenen Situationen.

«Moussa Touré hat die schöne afrikanische Langsamkeit mit seinem Film TGV gestört. (...) Moussa Touré gehört zu einer Generation von Filmemachern, die sich in der Weltkultur der Bilder bedienen, im Westen, Osten, Norden oder Süden, ein Phänomen, das Identitätsapostel misstrauisch verfolgen. Es geht ihm und anderen an verschiedenen Stellen der Erde arbeitenden Filmemachern darum, mit dem vorgefundenen Material der Gegenwart zu spielen, ohne es durch vorgeschaltete Kulturfilter in Gut oder Böse zu sortieren.»
Reflexe, Radio DRS 2

TGV

von Moussa Touré

SN FR 1997, 90 Min.

Houdini