Gespenster
Nach DIE INNERE SICHERHEIT der neue Film von Christian Petzold
Zwei junge Frauen begegnen sich eines Morgens im Berliner Tiergarten. Nina (Julia Hummer), das Heimkind, scheu und trotzig in sich gekehrt; Toni (Sabine Timoteo), eine Diebin, die sich die Welt nimmt und keine Chance auslässt. Nina fühlt sich von Tonis impulsivem Wesen angezogen. Sie folgt ihr auf deren atemlosen Streifzügen durch die Stadt.
Auch die elegante Françoise wandert durch Berlin. Sie gibt die Hoffnung nicht auf, ihre Tochter Marie wiederzufinden, die hier vor vielen Jahren entführt wurde. Ihr Mann Pierre versucht mit sanfter Geduld, sie zur Rückkehr nach Paris zu bewegen.
Die Wege der drei Frauen kreuzen sich. Für einen kurzen, wirklichen Moment glaubt Françoise, in Nina ihre Tochter zu erkennen. Dann sind die Mädchen wieder im Grossstadtgeschehen verschwunden. Doch Françoise und Nina werden sich noch einmal begegnen.
"Petzolds Kino, das ist der Augenblick, bevor wir aufwachen."
Der Tagesspiegel, Christiane Peitz
"Das neue Berlin, die Stadt, die sich immer fremder wird. Petzold und sein genialer Kameramann Hans Fromm filmen in ihrem Herzen, um den Potsdamer Platz herum, ihre Bilder sind von magischer Abseitigkeit. Der Tiergarten wird zum Zauberwald. Ein Rauschen geht durch ihn hindurch, wie man es seit Antonionis BLOW UP nicht mehr gehört hat im Kino, und es wird einem nicht mehr aus dem Kopf gehen."
Süddeutsche Zeitung, Fritz Göttler
"Jede der drei Frauen nimmt in Gespenster ein kleines Stückchen Wahrheit und fabriziert daraus eine eigene Fiktion, eine Täuschung oder eine höhere Form der Realität. Die Zeichen, die Petzold platziert, sind bis zum Ende nicht eindeutig. Doppelt und dreifach lesbar bleibt sein Film als Aschenputteltraum und Totenmärchen, als Geschichte einer Wiederkehr, die keinen trösten kann. In Gespenster liegt so Erzählschicht über Erzählschicht, doch unter allem schläft noch immer das einsame Grimmsche Kind in seinem unterirdischen Bettchen. Herausragend!"
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