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Nicotina

Eine schräge Geschichte aus Mexiko.

Eine ziemlich schräge Geschichte, die sich der Mexikaner Hugo Rodriguez da ausgedacht hat. Alles läuft in Echtzeit ab, das heisst, der fantastisch montierte Film dauert genau so lang wie seine Handlung, und die dreht sich um einen rauchenden Computerfreak, der irgendwelche Schweizer Bankkonten ausfindig machen muss. Er ist in seine hübsche Nachbarin verliebt und hat zum Zweck ihrer Beobachtung Computerkameras in ihrer Wohnung installiert. Ein Russe kommt ins Spiel, verschwundene Diamanten und ein Coiffeursalon mit einem Frisierpaar, bei dem sich insbesondere die Frau als recht schonungslos erweist, wenn sie nur mal das grosse Geld-Glück wittert. Es geht einiges drunter und drüber in diesem irrwitzigen Geschehen eines Nachts in Mexiko.

Unterhaltungskino muss nicht zwingend aus dem Norden kommen, es gibt auch im Süden Filme, die nichts weniger und nichts mehr wollen als ganz einfach zu unterhalten. Ein solches Beispiel erreicht uns aus Mexiko, wo es eine kleine aber doch wachsende Filmproduktion gibt. NICOTINA ist eines der schönsten Beispiele, wie das mexikanische Kino lebt und eine Lust entwickelt hat, auch formal spielerisch mit seinen Geschichten umzugehen.

Der Kinohit ist eines der eindrücklichsten Beispiele eines erstarkenden und erfrischenden mexikanischen Filmschaffens. Er wurde nicht umsonst mit sechs der begehrten mexikanischen Film-Awards preisgekrönt und kann von Raucherinnen wie Nichtrauchern genauso genossen werden.

Der Film ist eine schwarze Komödie, in der ein erster formaler Ansatz derjenige war, die Geschichte in Realzeit zu erzählen. Das heisst: Alles beginnt an einem Abend um 21.17 Uhr und endet eineinhalb Stunden später um 22.50 Uhr. Vielleicht ist es Montag oder Dienstag, jedenfalls befinden wir uns in Mexiko City, einer der grössten Städte der Welt, und daselbst in einem Quartier, in dem an sich ganz normale Menschen leben. Da kann es vorkommen, dass ihnen ein Ausweg aus dem Schicksal winkt, in dem sie sich befinden, und dann wollen sie zupacken, ohne sich viel zu überlegen.

Es sind die Geschichten eines Computerfreaks und Hackers, einer schönen Nachbarin, eines Apotheker- und eines Coiffeurpaares sowie einem obskuren Vertreter der russischen Mafia, die in diesem Film parallel laufen und sich teils zufällig kreuzen. Das ist filmisch sowohl in Parallelmontagen als auch mit Splitscreen aufgelöst und - die Zeit läuft ohne Rücksicht auf Verluste - nimmt seinen zunehmend absurden Lauf. Genaugenommen sind sie alle leicht überfordert von den Abläufen, in die sie geraten. Aber so ernst ist das alles nicht. Schieres Vergnügen eben.

"Eine unterhaltsame Komödie um russische Gangster und Computerprobleme."
El Tiempo, Mexiko

"Eine unterhaltsame Komödie, in der menschliche Konflikte erforscht werden und die in einem sarkastisch und reflexiv wirkt."
El Universal, Mexiko

"Gut gespielt, eine Handlung mit Pfiff und Witz sowie Spannung und Überraschungen bis zur letzten Minute: Der Film über die Rangeleien um eine Hand voll Edelsteine ist ein Juwel unter den zeitgenössischen Gaunerkomödien."
Sonntagszeitung

"Raffiniert erzählt, milieutreu geschildert, rasant inszeniert und mit herrlichen Pointen."
Aargauer Zeitung

"Hinreissende mexikanische Gangsterkomödie." Facts

Nicotina

Verleiher

Regie: Hugo Rodriguez

Darsteller: Diego Luna, Daniel Giménez Cacho, Lucas Crespi, Jesus Ochoa

Land: MX

Jahr: 2003

Dauer: 92 Minuten

Sprache: Sp/d/f

Filmgattung: Spielfilm

Altersfreigabe: E

Kinostart: 10.06.2004