Grock
Eine Filmrarität zum 100. Geburtstag des legendären Clowns. Exklusiv in der So-Matinée.
Die Wiederaufführung des Filmes steht im Zusammenhang mit der aktuellen Ausstellung über GROCK im Zürcher Stadthaus.
Generationen lang stand der Name Grock für unverwechselbare, grossartige Clown-Kunst. Als Adrian Wettach am 10. Januar 1880 in Loveresse bei Reconvillier geboren, nahm der Sohn einer Uhrmacher- und Wirtefamilie schon während seiner Schulzeit Musikunterricht und zeigte dabei erstaunliches Talent.
Am 1. Oktober 1903 schrieb er zum ersten Mal den Künstlernamen, der später weltberühmt werden sollte: GROCK.
Eigentlich war Grocks Kunst für den geschlossenen Rahmen des Varieté-Theaters geschaffen, aber auch im Zirkus brauste tosender Applaus auf, wenn er schüchtern und zerknittert mit seinem überdimensionierten Koffer auftrat. Und wenn er ihn dann aufklappte und ihm die kleinste Geige der Welt entnahm, wurde der Beifall zur Ovation. Seine Nummer war nicht nur ausgesprochen musikalisch, sondern auch unerhört artistisch. Dutzende von Clowns haben versucht, ihm nachzumachen, wie er im Sitz seines Stuhles durchbricht und dann mit einem Sprung auf die Rücklehne schnellt. Keiner hat die Imitation geschafft. Er kam mit ausserordenlich wenig Dialog aus, doch wenn er mit der Verwunderung eines grossen Kindes fragte "W a a r u m ?", und dann feststellte "N i t m ö ö g l i c h", sagte das mehr, als die ausführlichste Textpassage.
Ende der Zwanziger Jahre sah er im neuen Medium Tonfilm eine Möglichkeit, seine Kunst noch weiteren Kreisen zugänglich zu machen. So drehte und produzierte er unter Einsatz enormer, von ihm aufgebrachter finanzieller Mittel und immer wieder gehemmt durch zahllose Schwierigkeiten einen Film, den er schlicht GROCK nannte. Erzählt wird darin eine sentimentale, hemmungslos auf den damaligen Publikumsgeschmack zugeschnittene Story. Künstlerisch grossartiger Mittelpunkt ist die integrale Aufzeichnung seiner Nummer, die von Regisseur Carl Boese glänzend filmisch umgesetzt worden ist, und bis heute nichts von ihrer Frische verloren hat.


