Le cheval de vent
Aus der aktuellen Maghreb-Filmreihe: Zwei ungleiche Marokkaner im Seitenwagen-Motorrad auf dem Weg zu sich selbst.
Tahar ist ein alter Mann, der im Süden Marokkos lebt und nach einem Traum auf dem Grab seiner Frau sterben will. Driss, viel jünger als er, begibt sich auf die Suche nach seiner Mutter. Ein Zufall ist es, der die beiden zusammen bringt und Freunde werden lässt in diesem wunderbar poetischen Roadmovie. Zerbrechlich wirken sie, wenn sie in ihrem Motorrad mit Seitenwagen durch Marokko fahren, jeder auf der Suche nach sich selbst. In einem Traummarokko, das zugleich sehr wirklich ist.
Grundfragen in Marokkos Landschaft:
Es geht im wahrsten Sinn des Wortes in diesem Film um Leben und Tod und um Fragen, die um die beiden Pole der menschlichen Existenz ranken. Der Dichter Bouanani und der Fotograf Aoulad-Syad haben sich zusammen getan in diesem inneren Roadmovie durch die ockergelben, orangen, blauen und grünen Landschaften Marokkos, für eine Geschichte des Umherirrens, das zur Sache wird.
Denn Tahar und Driss, die beiden Männer im Film, sind auf der Suche nach sich selbst, hören einander zu oder diskutieren inmitten des tiefen Schweigens, welches die Blicke der Sprache abringen: zwei Formen einer allgegenwärtigen Poesie, zu der eine sich ständig in Bewegung befindende Kamera gesellt.
Daoud Aoulad-Syad sagt: "LE CHEVAL DE VENT ist eine pikareske Fabel. Ich ziehe die Suche dem Umherirren vor. Jede Geschichte beginnt mit einer Reise: eine Reise nach einem sanfteren Horizont, eine Reise bis ans eigene Ende. Nichts ist zu düster, alles ist helldunkel. Die Poetik und das Phantastische kommen von selbst aus der Wirklichkeit hervor."
"So führt uns der Marokkaner Daoud Aoulad-Syad in CHEVAL DE VENT zwei verschrobene Aussenseiter aus der Gesellschaft vor, an denen sich die Orientierungslosigkeit eines Landes an der Grenze zwischen Mythos und Moderne bricht. (...) Aoulad-Syads Film ist mal ein heiteres, mal sinnierendes Roadmovie durch Marokko und seine Lebensentwürfe. (...) CHEVAL DE VENT zeigt in rastlos wechselnden, aber ruhigen Einstellungen, was geschieht, wenn man an die Hoffnung glauben möchte: Die einzige Gefahr für die Träumenden ist nicht das Aufwachen, sondern der Schock, wenn ein Wunsch tatsächlich in Erfüllung gehen kann."
NZZ
"Die Einfachheit und Klarheit der uralten Parabel und die südliche Lust des Erzählens begleiten die lange Reise von Tahar und Driss ins Innere, zu sich selbst. In einer an sich fremden Welt wird das Publikum ohne jede falsche Sentimentalität, dafür aber mit einem untrüglichen Blick für die Menschen in seiner Wirklichkeit ins Vertrauen gezogen."
Fred Zaugg
"Le cinéma marocain relève la tête avec LE CHEVAL DE VENT."
Le Temps
