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Guerre sans images

Algerien, ich weiss, dass du weisst.

Der Krieg in Algerien ist ein Drama, das weitgehend hinter verschlossenen Türen stattfindet. In seinem Film stösst der algerisch-schweizerische Regisseur Mohammed Soudani einige dieser Türen auf und entwirft das faszinierende Porträt einer Nation auf der Suche nach ihrer Identität.

Vor zehn Jahren wurde in Algerien der Ausnahmezustand verhängt. Seither wird das Land im Kampf um die Zukunft von einem namenlosen Krieg zerrissen. Durch die Anschläge vom 11. September ist auch der Krieg in Algerien, wieder in unser Bewusstsein gerückt.

Der Schweizer Fotograf Michael von Graffenried reist seit zehn Jahren regelmässig nach Algerien und fotografiert die Menschen in ihrem vom Krieg geprägten Alltag zwischen Tradition und Fortschritt. Im Film des algerisch-schweizerischen Doppelbürgers Mohammed Soudani (Waalo Fendo, Schweizer Filmpreis 1998), bringt die Begegnung mit dem Fotografen und seinen Schwarzweiss-Bildern die Betroffenen zum Reden. Sie, die nichts von der Existenz dieser Fotos gewusst haben, erinnern sich an dramatische Augenblicke in ihrem Leben, an persönliche Schicksalsschläge, an die Grausamkeit der Täter, und erzählen von Ihrem Alltag im heutigen Algerien, von ihren Ängsten und Hoffnungen. Das Fotoalbum des Schweizer Fotografen wirkt dabei wie ein Schlüssel zum Herzen der Algerier. Sie sprechen von Dingen, die sonst unausgesprochen bleiben und verarbeiten so ein Stück weit auch ihr Schicksal. Darüber hinaus thematisiert der Film auch die Frage, wie in einer islamischen Gesellschaft mit ihrem religiös bedingten Bildverbot mit Fotos umgegangen wird, die im Geheimen gemacht wurden.

Der Filmessay vermittelt eine lebendige Erinnerung an menschliche Qual und Trauer, zeigt aber auch, dass selbst in einer von Gewalt und Terror geprägten Gesellschaft und unter dem aufmerksamen Blick des allgegenwärtigen Militärs ein ganz gewöhnliches Leben möglich ist; in einer Disco zum Beispiel, an einem Rockkonzert, am Badestrand oder an einer Modeschau. Er entwirft das faszinierende Porträt einer Nation auf der Suche nach ihrer Identität.

Guerre sans images

Verleiher

Regie: Mohammed Soudani

Land: CH

Jahr: 2002

Dauer: 85 Minuten

Sprache: Ov/d/f

Filmgattung: Dokumentarfilm

Altersfreigabe: E

Kinostart: 22.08.2002