Vol spécial
Die Zeit hinter Gittern vor dem Ausschaffungsflug
Im Gefängnis von Frambois bei Genf warten Sans-Papiers und abgewiesene Asylsuchende auf ihre Ausschaffung aus der Schweiz. Ohne ein Verbrechen begangen zu haben und ohne jedwelches Strafverfahren wurden sie inhaftiert. Sie sollen des Landes verwiesen werden, weil sie keine gültigen Aufenthaltspapiere haben. Einige von ihnen haben Jahre in unserem Land verbracht, haben gearbeitet, Steuern bezahlt und eine Familie gegründet. Ihre Inhaftierung kann bis zu 24 Monaten dauern, die Ankündigung und Vollstreckung ihrer Rückschaffung hingegen erfolgt ohne Vorwarnung und unmittelbar.
Hinter den geschlossenen Gefängnistüren steigt die Spannung täglich. Auf der einen Seite stehen Aufseher voller menschlicher Wertvorstellungen, auf der anderen Seite Männer in Angst und unter Stress. Die Beziehungen zwischen ihnen sind von Freundschaft und Hass, Respekt und Auflehnung geprägt - bis zu dem Moment, wenn die Ankündigung der Ausschaffung jeden wie ein Faustschlag trifft. Dann enden ihre Beziehungen meist in Verzweiflung und Demütigung. Wer sich weigert auszureisen, wird in Handschellen gelegt, gefesselt und mit Gewalt in ein Flugzeug gesetzt. In dieser Extremsituation hat Elend einen Namen: Vol spécial (Ausschaffungsflug).
Fernand Melgar setzt sich nach "La forteresse" erneut mit Asylsuchenden in der Schweiz auseinander.
Ausgezeichnet mit dem Schweizer Filmpreis als bester Dokumentarfilm



