Delta
Tragische Geschwisterliebe keimt im ungarischen Sumpfland
Im Morgengrauen legt die Fähre am kleinen Hafen im weiten Flussdelta an. Sie bringt Mihail (Félix Lajkó) zurück an den Ort, der einst seine Heimat war und dem er vor Jahren den Rücken gekehrt hat. Wer hier weggeht, kommt normalerweise nicht zurück und dem wortkargen jungen Mann schlägt von Beginn tiefes Misstrauen entgegen. Seine Mutter fürht mit ihrem neuen Mann eine schäbige Bar. Und da ist noch seine jüngere Schwester (Orsi Tóth), die er nie kennengelernt hat.
Mihail will sich wieder hier niederlassen und im Fluss ein Haus bauen. Vom Ufer aus beginnt er die Arbeit an einem Steg, der täglich ein Stück weiter in den träge fliessenden Fluss reicht. Eines Tages taucht seine Schwester bei ihm auf und geht ihm wortlos zur Hand. Die Geschwister, die sich nie kannten, verstehen sich ohne viel Worte. Über Gesten und Blicke nähern sie sich an und schaffen bald eine Vertrautheit, die im Dorf nicht verborgen bleibt.
Vor dem Hintergrund einer grandiosen Naturlandschaft erzählt Regisseur Kornél Mundruczó in atemberaubenden Bildern diese berührende Geschichte von zwei Aussenseitern. Mit viel Gespür für Atmosphäre stellt er die Frage, wie weit eine Gesellschaft bereit ist, die Freiheit eines Einzelnen zu tolerieren.
"Ein erbarmungsloser schöner Film, der zugleich reissend und ruhig vor sich hin treibt, wie der Fluss, an dem er spielt, unaufhaltsam und einem Flussbett folgend, das keine Richtungswechsel zulässt."
Radio DRS
"Unerbittlich, bildgewaltig und voller elegischer Poesie. Ein Kunstwerk"
Le Monde
"Ein unheimliches und schlicht überwältigendes ungarisches Juwel. Kaum ein Moment über dem nicht drohend der Verlust der Magie schwebt. Ein Geniestreich"
The Times


